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Zahl der Wölfe nimmt zu

Früher wurde der Wolf als Feind des Menschen behandelt und intensiv bejagt. Seit dem Mittelalter bis in die Neuzeit zahlten die jeweiligen Herrscher Prämien für die Ablieferung von Wolfsfellen. In Westpreußen kam es zum letzten Mal Anfang des 19. Jahrhunderts zum Auftreten einer größeren Zahl von Wölfen, die den sich aus Russland zurückziehenden Truppen Napoleons nach Westen folgten und bis zur Weichsel vordrangen. Die preußische Regierung ordnete einige Jahre später eine systematische Bejagung an. Im Regierungsbezirk Marienwerder wurden von 1816 bis 1823 insgesamt 967 Tiere erlegt. Danach verzeichnete man nur noch im strengen Winter 1870/1871 vereinzelte Tiere. Später galt der Wolf lange Zeit, zumindest bis 1918, als ausgerottet.*

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Wolf in Polen, wie man der polnischsprachigen Wikipedia entnehmen kann, über Jahrzehnte bekämpft, so dass der Bestand relativ gering war. Erst nach der Wende setzte sich die Erkenntnis durch, dass es sich um eine schützenswerte Tierart handelt. Im Laufe der neunziger Jahre wurden erste Schutzbestimmungen eingeführt. Mittlerweile dürfen nur gefährliche oder Herden angreifende Wölfe nach Erteilung einer ministeriellen Ausnahmegenehmigung geschossen werden. Schäden, die Wölfe eventuell anrichten, werden vom polnischen Staat ersetzt.

Die Tageszeitung Gazeta Pomorska meldet, dass die Zahl der Wölfe in der Region steigt. Vor kurzem wurden in der Nähe von Bydgoszcz (Bromberg) zwei neue Rudel entdeckt. Das Forstamt in Solec Kujawski in der Nähe der größten Stadt der Woiwodschaft Kujawien-Pommern betont, dass die Wölfe auf natürliche Weise den Wildbestand in den Wäldern regulieren und keine Gefahr für Menschen darstellen.

* Angaben nach Horand Henatsch (Hrsg.), Kulm an der Weichsel. Stadt und Land im Wechsel der Geschichte 1232 - 1982, S. 253

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