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Umgehungsstraße: Übernimmt Stadt Federführung?

Mit einem mageren Ergebnis, nämlich keiner konkreten Einigung, endete eine Gesprächsrunde, an der Landrat und Bürgermeister sowie Mitglieder des Stadtrats und des Kreistags teilnahmen, um über die Zukunft der Umgehungsstraße südlich von Chelmno zu beraten.
In den von der Tageszeitung Gazeta Pomorska zitierten Stellungnahmen der Sitzungsteilnehmer wurden im Grunde nur die bereits bekannten Argumente wiederholt (siehe bisherige Berichte zum Thema Umgehungsstraße). Während der Landkreis auf einen kurzfristigen Baubeginn drängt, sieht sich die Stadt nicht in der Lage, den von ihr erwarteten Kostenbeitrag so schnell aufzubringen. Landrat Zbigniew Gamanski ist jedoch nicht bereit, den Bau hinauszuzögern, weil er es für möglich hält, dass nach den nächsten Kommunalwahlen das Vorhaben vollkommen aufgegeben werden könnte. Der städtische Ratsherr Jacek Kordowski erinnerte daran, dass bei einem verzögerten Baubeginn angesichts der vielfältigen Bauvorhaben im Vorfeld der Euro 2012 mit steigenden Kosten oder sogar einem Mangel an ausführenden Straßenbauunternehmen zu rechnen ist.
Neu in Spiel gebracht wurde während des Treffens die Möglichkeit, dass die Stadtverwaltung Chelmno von der Kreisverwaltung die Projektleitung übernimmt. Bürgermeister Mariusz Kedzierski will diesen Vorschlag prüfen und mit dem Stadtrat beraten, ob man die Rolle des Bauherrn übernehmen könnte. Da die Umgehungsstraße nicht durch städtisches Gebiet, sondern die südlichen Nachbargemeinden verläuft, wäre ein solcher Schritt zumindest ungewöhnlich.

In einem in derselben Ausgabe der Gazeta Pomorska veröffentlichten Interview betont die Pressesprecherin des Marschalls, also des Chefs der Woiwodschaftsverwaltung, dass eine Verschiebung des Baubeginns dem Sinn der zugesagten bevorzugten Bezuschussung des Projekts widerspreche. Pressesprecherin Beata Krzeminska erklärt, dass bis Dezember 2009 die Bauplanung abgeschlossen und die Baugenehmigung für die Umgehungsstraße vorliegen muss.
Außerdem sehe ihre Behörde einen Zusammenhang zwischen der Umgehungsstraße und der im Rahmen des Projekts Schutz des Kulturerbes der Stadt Chelmno - 2. Abschnitt geplanten Revitalisierung der Altstadt von Chelmno, für die ebenfalls EU-Fördermittel bereitgestellt werden sollen. Diese Revitalisierung könne nur erfolgreich sein, wenn die Ursache für entstehende Schäden an Gebäuden beseitigt wird, nämlich durch eine Umleitung des Schwerlastverkehrs, die den Bau der Umgehungsstraße voraussetzt. Krzeminska sagt, dass der Marschall eine zugesagte Bezuschussung zurücknehmen kann, wenn die laufend vorgenommene Überwachung eines geförderten Vorhabens zeigt, dass es nicht innerhalb der festgelegten Fristen ausgeführt wird. Was die Sanierung der Altstadt angeht, bildet die Umleitung des LKW-Verkehrs nach Ansicht der Woiwodschaftsverwaltung die Grundvoraussetzung für einen beständigen Schutz der historischen Bausubstanz.

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