Polstermöbelhersteller Adriana insolvent
Die Schließung des kleinsten Werks an der ul. Osnowska im Mai dieses Jahres deutete bereits darauf hin, dass der im Landkreis Chelmno ansässige Polstermöbelhersteller Adriana S.A. mit Problemen zu kämpfen hat. Die ergriffenen Maßnahmen waren jedoch offensichtlich nicht ausreichend, um den größten Arbeitgeber im Kreisgebiet wieder auf Kurs zu bringen. In der vergangenen Woche musste das Unternehmen, das sich nach der Wende innerhalb weniger Jahre von einem Kleinbetrieb zu einem der größten Möbelhersteller Polens entwickelt hatte, Insolvenz anmelden und hat 500 seiner 800 Mitarbeiter die Kündigung überreicht. Die Unternehmensleitung nennt als Hauptgründe für die schwere Krise die schwache Auftragslage sowie die sich für Exporteure weiterhin verschlechternden Wechselkurse.
Sowohl die Wochenzeitung Czas Chelmna (Ausgabe vom 25. Juli) als auch die Tageszeitungen Gazeta Wyborcza und Gazeta Pomorska befassen sich mit dem Schicksal des mehrere Werke besitzenden Unternehmens und seiner Beschäftigten.
Firmengründer und Vorstandsvorsitzender Marek Karwan erläutert in der Presse die jüngsten Schritte und ist überzeugt, sich vor Gericht mit den Gläubigern soweit vergleichen zu können, dass zumindest das Stammwerk des Unternehmens im wenige Kilometer von Chelmno gelegenen Kozowizna erhalten bleibt.
Die Strategie Karwans sieht vor, die Produktion im größten Werk an der ul. Dworcowa in Chelmno, das mitsamt einem Möbelsalon vor acht Jahren eröffnet worden war, vollkommen einzustellen. Außerdem will er den firmeneigenen Kleinflugplatz in Watorowo in die Sanierung einbeziehen und gegebenenfalls veräußern.
Je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit erhalten die entlassenen Mitarbeiter eine Abfindung in Höhe von maximal drei Monatsgehältern. Das Kreisarbeitsamt in Chelmno ist bemüht, den Entlassenen schnell Hilfe zu gewähren. Es besteht Hoffnung, dass ein gewisser Teil eine neue Stelle bei anderen Herstellern findet. So soll der zweite große Polstermöbelproduzent in Chelmno, die Firma Helvetia, Interesse an der Übernahme von 80 Arbeitern geäußert haben. Das Arbeitsamt sieht ABM-Maßnahmen, Umschulungen und Zuschüsse für Arbeitgeber vor, die ehemalige Adriana-Beschäftigte einstellen möchten.
Nicht nur die Angestellten des Unternehmens, sondern auch die zahlreichen Zulieferer in der Region machen sich Sorgen um ihre Zukunft. Auch dort droht ein Stellenabbau. Die Gemeindeverwaltung in Kijewo Krolewskie sieht ihren langfristigen Investitionsplan in Gefahr, weil sie bisher mit jährlichen Steuereinnahmen in Höhe von rund 500.000 Zloty seitens der Adriana S.A. rechnen konnte.









