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Stadtrat unter Druck

Am vergangenen Dienstag verfolgten ungewöhnlich viele Besucher die Beratungen des Stadtrats von Chelmno. Besonders viele Einwohner der ul. Podgorna waren erschienen, um den Ratsmitgliedern zu verdeutlichen, dass sie eine eventuelle Streichung der Mittel für die Asphaltierung ihrer Straße aus dem diesjährigen Haushalt nicht kalt lassen würde. Diese seit langem versprochene Maßnahme kollidiert mit der geplanten Umgehungsstraße, für deren Bau, so schreibt die Wochenzeitung Czas Chelmna (Ausgabe vom 15. Februar 2008), die Stadt Chelmno gemäß einer mit den Nachbargemeinden getroffenen Vereinbarung im Jahr 2008 rund 800.000 Zloty und in den Jahren 2009/2010 weitere 7 Mio. Zloty bereitstellen muss.
Worauf erstaunlicherweise weder Czas Chelmna noch die beiden Tageszeitungen Gazeta Pomorska und Nowosci im Rahmen ihrer Berichterstattung über die Ratssitzung ausdrücklich hinweisen (die Gazeta Pomorska erwähnt dieses Problem zumindest am Rande), ist der Einnahmeausfall in Höhe von 6,5 Mio. Zloty, den die Stadt aufgrund der wiederum gescheiterten Veräußerung des ehemaligen Bahngeländes zumindest vorläufig hinnehmen muss.
Für die Einwohner der ul. Podgorna fanden dennoch fast alle sich zu Wort meldende Ratsmitglieder beschwichtigende Worte. Sie versicherten ihren Wählern, dass dieses mit 5,5 Mio. Zloty veranschlagte Vorhaben für den Rat nicht weniger wichtiger sei als die Umgehungsstraße, die helfen soll, das hohe Verkehrsaufkommen in der Altstadt zu senken. Allein Ratsherr Jan Jurczak, Bürgermeister von Chelmno in den Jahren 1998 bis 2002, vertrat die Ansicht, dass der Rat sich nicht von den protestierenden Einwohnern der ul. Podgorna unter Druck setzen lassen darf.
Am Ende der Ratssitzung entschied man sich, das Thema zu vertagen und es gemeinsam mit einer Überarbeitung des Haushalts für 2008 während der nächsten Ratssitzung erneut zu behandeln. Bürgermeister Mariusz Kedzierski würde gerne den Baubeginn der Umgehungsstraße bis 2011 hinauszögern. Ratsherr Adam Ziemecki sprach sich sogar dafür aus, das Projekt erst 2014-2015 in Angriff zu nehmen. Nach Ansicht Kedzierskis ist es rechtlich möglich, mit der Woiwodschaftsverwaltung, die aus Eigen- und EU-Mitteln 50% der Kosten für die 20 Mio. Zloty teure Umgehungsstraße übernehmen will, einen Vertrag zu schließen, der bestimmt, dass die gewährten Mittel erst in den Jahren 2012 bis 2014 ausgezahlt werden.

Enttäuschte Einwohner protestieren

Die Ankündigung des Bürgermeisters, die Asphaltierung der ul. Podgorna wegen des notwendigen finanziellen Beitrags der Stadt Chelmno zum Bau der Umgehungsstraße verschieben zu müssen, hat bei den Einwohnern der genannten Straße erhebliche Unzufriedenheit ausgelöst. Die ul. Podgorna (siehe Foto vom 30.12.2007) bildet eine der längsten Straßen in Chelmno und führt durch in der Vergangenheit […]

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