Reichen Kindergartenplätze in Swiecie für alle?
Wie bereits im vergangenen Jahr beklagen sich auch jetzt Eltern in Swiecie über eine mangelnde Verfügbarkeit freier Plätze in örtlichen Kindergärten und sind zu außergewöhnlichem Einsatz gezwungen, um angesichts des antiquierten Anmeldeverfahrens ihre Kinder erfolgreich in einer Einrichtung unterzubringen. Dem Thema haben sich deshalb in den letzten Tagen gleich zwei Tageszeitungen angenommen.
So berichtet die Gazeta Pomorska, dass sich am vergangenen Wochenende eine lange Schlange vor den Kindergärten Nr. 7 und 8 bildete. Manche Eltern standen über 60 Stunden lang an, um am Montagmorgen zu den ersten zu gehören, die ihr Kind für das kommende Jahr, also ab September 2009, anmelden. Sie nahmen diese Strapazen auf sich, weil sie sich im vergangenen Jahr vergeblich um einen Kindergartenplatz bemüht hatten, so dass ein Elternteil seine Berufstätigkeit nicht fortsetzen konnte. Die Betroffenen werfen der Stadtverwaltung vor, nicht genug zu tun, um für eine ausreichende Anzahl wohnortnaher Kindergartenplätze zu sorgen.
Die Stadtverwaltung teilt sowohl der Gazeta Pomorska als auch dem Express Bydgoski mit, überrascht über die langen Schlangen vor den Kindergärten zu sein. Man wisse aus Erfahrung, dass viele Eltern ihre Kinder gleich in mehreren Kindergärten anmelden würden, so dass man einen genauen Überblick über den tatsächlichen Bedarf erst nach Ablauf der Anmeldefrist gewinnen könne. Dann werde man reagieren. Der oft zu hörende Vorwurf, die Stadt verzichte aus finanziellen Gründen auf die Einrichtung zusätzlicher Kindergartengruppen, sei nicht zutreffend. Problematisch seien hingegen die räumlichen Verhältnisse in den einzelnen Kindergärten, die es unmöglich machten, die Zahl der Plätze beliebig zu erhöhen. Sobald alle Bewerbungen vorliegen, werde man die freien Plätze zuteilen. Eltern müssten sich aber darauf einstellen, dass ihr Kind eventuell einen Kindergarten in einem von ihrer Wohnung entlegenen Stadtteil besuchen wird.
Kommentar: Wenn die Kindergartenplätze in Swiecie sowieso zentral vergeben werden, stellt sich natürlich die Frage, warum Eltern überhaupt bei den einzelnen Einrichtungen vorstellig werden müssen. Eine schriftliche Anmeldung bei der Stadtverwaltung mit Angabe des Wunschkindergartens würde sowohl die von der Verwaltung gerügten Doppel- und Dreifachanmeldungen ausschließen als auch Wochenendzeltlager vor Kindergärten überflüssig machen. Kommunalverwaltungen verfügen über sehr präzise Daten über ihre jüngsten Einwohner. Mit etwas Kreativität und Engagement dürfte es kein sonderliches Problem darstellen, die Eltern jedes einzelnen Kindes nach ihren Plänen und Wünschen so rechtzeitig zu befragen, dass Stadt und Kindergärten entsprechend frühzeitig reagieren und alle zufrieden stellen können.












